„Alle deine Freunde freuen sich mit dir“ – unter diesem Motto stand der 190. gemeinsame Geburtstag von SRC (70 Jahre Schüler-Ruder-Club am Friedrich-Ebert-Gymnasium) und GRC (120 Jahre Gymnasial Ruder-Club am Friedrich-Hausdorff-Gymnasium, früher EMA).
In unserem Fall könnte man aber auch sagen: „Wie schön, dass du gegründet worden bist!“
Nach dem unkonventionellen, „offiziellen“ Teil am Freitag im PZ, der Aula des FEG, folgte am Samstag, dem 19. September, der sommerfestartige Teil des Jubiläums. Der Bonner Ruder-Verein 1882 (BRV) stellte dankenswerterweise seinen Vorplatz zur Verfügung. So konnten wir trotz fehlenden eigenen Bootshauses gebührend feiern – und sogar rudern gehen.
Ab 9 Uhr begann der Aufbau. Ein buntes Gewusel aus aktiven Schülerruder*innen und einigen Ehemaligen stellte Tische, Bänke und Bierzelte auf. Fritteusen, Waffeleisen und Ergometer kamen hinzu, und mit den eintreffenden Gästen wuchs auch das Buffet. T-Shirts, Cappies und Socken der Schülervereine sowie Pullover und Jutebeutel der Ruderbananen sorgten schließlich für das passende Jubiläumsbild.
Gegen 11 Uhr trafen die ersten Gäste ein. Die erste Pommes- und Waffelrunde ging los. Viele alte und neue Gesichter, viel essen und viel Sonne. Was will man mehr?
Rudern!
Eine seltene Gelegenheit wurde geboten: Einfach einmal auf dem Rhein rudern oder es ausprobieren. Schülerinnen nahmen Jung und Alt, erfahrene und Ruderneulinge mit ins Boot. So manch eine mitgeschleppte Freundin oder Freund ließen sich dabei von diesem wunderschönen Sport auf dem Wasser überzeugen. Auch Eltern durften mit ins Boot und wurden von der herausfordernden Koordination von Beinen, Armen und Handgelenken überrumpelt, die beim Rudern verlangt wird. Es haben sich aber alle hervorragend geschlagen.
Gegen 14 Uhr folgte das große Spektakel: eine selbst organisierte Mini-Regatta der Bonner Schüler-Rudervereine. Die Geburtstagskinder GRC und SRC traten gegen den SRV des Ernst-Kalkuhl-Gymnasiums und den GRV des Beethoven-Gymnasiums an.

Nach dem Start ging es rheinaufwärts bis zur zweiten Boje an der Südbrücke und anschließend zurück zur Start- und Ziellinie am BRV Steg. Schon bald zeichnete sich die Reihenfolge ab: SRC vorne, gefolgt von GRC, SRV und GRV. Vom Rheinufer aus hatten die Zuschauer*innen einen perfekten Blick auf die vier Boote und den ansonsten erstaunlich leeren Rhein.
Mit großem Jubel wurde das SRC-Boot nach 9:40 Minuten im Ziel begrüßt. Nur 17 Sekunden später folgte der GRC. SRV und GRV kamen wenig später ins Ziel.
Anschließend folgte eine zweite Runde mit den Ehemaligen. GRC, SRC und ein Dreier des benachbarten Akademischen Ruder Clubs (ARC Rhenus) traten gegeneinander an, in dem zwei ehemalige SRC-Ruderer saßen. Der ARC-Dreier setzte sich bereits am Start deutlich ab, gefolgt von GRC und dann SRC.
Das SRC-Boot hatte dafür einen besonderen Trumpf: Eine Ruderin trug einen Olympia-Einteiler von Dr. Valerie Viehoff – ehemalige SRC-Vorsitzende, Deutsche Meisterin, Weltmeisterin und Olympia-Silbermedaillengewinnerin. Damit war das Boot eindeutig Gewinner der Herzen. Valerie selbst konnte das Rennen zwar nicht mehr verfolgen, da sie eine Stunde zuvor abreisen musste. Trotzdem war die Freude und Ehre groß, sie an diesem Jubiläumswochenende bei uns zu haben.

Regatta-Leiter und -Sprecher Darius Abidi, Vorsitzender des Vereins der Freunde und Förderer des GRC
Auch nach den Rennen wurde weiter fleißig gerudert. Die Diashow von Stefan König lief, es wurde erzählt und diskutiert, Pommes, Waffeln und Kuchen wurden gegessen und auf den Ergos wurden weitere spannende Rennen ausgetragen.
Viele Gespräche drehten sich auch um das geplante Bootshaus. Werner Preusker informierte wie gewohnt engagiert über das Projekt – selbstverständlich stilecht im Ruderbananen-Merch. Die Ruderbananen sind ein Benefizprojekt gemeinsam mit dem Bananensprayer Thomas Baumgärtel zugunsten des neuen Bootshauses. Auch der neue Kinofilm „Adams Acht“ mit Oliver Masucci, ehemaliger vom EMA/jetzt FHG und Unterstützer des Bootshausprojekts, war Thema. Dank Werners Organisation hatte es im September für Bonner Schülerruder*innen und alle Ruder*innen sogar ein Preview mit Oliver Masucci persönlich gegeben, bei der ebenfalls das fehlende Bootshaus eine wichtige Rolle spielte und er zu Spenden aufrief.


Bis in den frühen Abend waren Ruderbegeisterte auf dem Wasser oder lieferten sich spannende Rennen auf den Ergos.
Doch am schönsten war die gute Stimmung: Zusammen aufbauen, rudern, lachen, essen, aufräumen und einfach zusammen sein.
Und genau das ist vielleicht die wichtigste Erkenntnis dieses Jubiläums. Wir sind froh, dass diese beiden Vereine gegründet wurden. Denn sie sind weit mehr als Sportvereine. Sie sind Orte des Lebens, der Freundschaft und des Engagements.
Hier lernen junge Menschen früh, Demokratie zu leben: Wenn ich mich einsetze, kann ich etwas verändern. Ich helfe – und wenn ich Hilfe brauche, bekomme ich auch Hilfe. Gemeinsam sind wir stärker.
Das sind die Erkenntnisse, die nach einem solchen gelungenen Geburtstag bleiben.
Wie schön, dass ihr gegründet worden seid!
Hannah Bangard, 1. Vorsitzende des Fördervereins für den SRC am FEG